die presse
2010, Mai, Bergheim/Paffendorf, Schloss Pafffendorf,
Kölnische Rundschau,2010: "Gabriela Drees-Holz zeigt in Schloss Paffendorf vielschichtige Bilder", Melanie Nicolai
BERGHEIM-PAFFENDORF. Der Fantasie der Besucher sind bei der Betrachtung von Gabriela Drees-Holz´ Bildern keine Grenzen gesetzt. Die Künstlerin aus Korschenbroich läutet mit ihrer Ausstellung "FantasieKlänge - NaturKlänge" in der Galerie von Schloss Paffendorf den Frühling ein und verbildlicht das Wiedererwachen von Mensch und Natur. Rund 70 Bilder zeigt Drees-Holz –die mit Dreho signiert- noch bis zu dem 9. August.
Der erste Eindruck, den der Besucher von der Ausstellung gewinnt, ist farbenfroh und abstrakt. Bei näherem Hinsehen offenbaren die Werke jedoch Details wie eine kleine Seerobbe am unteren Rand eines Bildes oder eine zweideutige Sicht, wie beim Bild "Savannenverstecke." Hier sieht der Betrachter eine Giraffenmutter und ihr Junges - gleichzeitig lassen sich in den dunkleren, bläulichen Farbmustern jedoch auch ein Mann und eine Frau beim Gespräch entdecken. Solche Bilder entstehen selten mit Plan, offenbarte die Künstlerin. "Ich male sehr intuitiv", so Drees-Holz. So wies eine Kollegin an der Alanus-Kunsthochschule sie auf die Doppeldeutigkeit der "Savannenverstecke" hin. Geplant war nur das Bildnis der Giraffe.
Eine außergewöhnliche Arbeitsweise legte die sympathische Künstlerin bei der Arbeit am Werk "Vierseiten-Frühlingsbild" an den Tag. Immer wieder drehte sie die Leinwand, während sie Acryl aufbrachte. "Ich konnte mich nicht entscheiden, wie herum es mir besser gefiel." Das Ergebnis ist ein Bild, das man aufhängen kann, wie man möchte - und trotzdem ergibt die Komposition immer einen Sinn. Ist es bei einem Mal ein Wald mit einem Teich, so wird der Teich nach dem Herumdrehen zum Himmel, und der Wald zur Treppe. Auch Notenblätter, mit Spitze besetzte Taschentücher oder Gräser aus der Natur integriert Dreho in ihre Bilder und erschafft somit außergewöhnliche Strukturen, deren Zusammenhang sich erst bei genauem Hinschauen offenbart. Den Ansichten der Betrachter steht die Künstlerin offen gegenüber.
Sollte jemand also statt des durch Zufall entstandenen und im Nachhinein betonten Pferdekopfes etwas ganz anderes im Bild sehen, so "macht mich das glücklich - alles kann sein und alles kann nicht sein", versicherte Drees-Holz, die sich freut, wenn sie mit ihren Bildern die Fantasie der Besucher anregt.
Bei den Materialien legt sich Dreho ebenfalls nicht fest: "Warum soll ich mich künstlich auf etwas reduzieren." So sind nicht nur abstrakte Acrylbilder in der Ausstellung zu sehen, sondern auch der Seidenschal ihrer Mutter oder humorvolle Darstellungen von Tieren, die die Malerin unter anderem mit Tusche, Bleistift oder Wachsmalern auf Pappe oder Holz präsentiert.

Wenn ihre Gäste beim Betrachten ihrer Bilder Fantasie beweisen, macht dies die Künstlerin Gabriela Drees-Holz glücklich. (Foto: Nicolai)