die presse

2011, Okt, Glehn, KiK Galerie

1- NGZ, Barni, 18.10.2011, "Gabriela Drees-Holz nutzt Puppen als Kunstobjekt"

2- Eröffnungsrede von Robert Jordan

1- NGZ Artikel vom 18.10.2011: "Gabriela Drees-Holz nutzt Puppen als Kunstobjekt"

Glehn, (barni) „Menschen- Puppen-Portraits“ heißt die aktuelle Ausstellung in der KiK-Galerie in Glehn. Gabriela Drees-Holz bedient sich der Puppe, um mögliche Lebenslagen und Lebenswege von Menschen erfahrbar zu machen. Und sie gibt eine Kostprobe auf das, was sie derzeit als Künstlerin bewegt: Musikinstrumente-Installationen: die FlötenAssemblage ist eine sehr persönliche Arbeit. Gabriela Drees-Holz spielt Querflöte und ist Mitglied der Philharmonischen Gesellschaft Düsseldorf.

Es ist die neunte Ausstellung in der KiK-Galerie in der ehemaligen Bäckerei gegenüber dem Pfarrzentrum. Robert Jordan, Initiator der „Künstler in Korschenbroich“ kündigte an, dass es die vorletzte in diesem Haus sein werde, KiK hat dann erst einmal kein festes Domizil mehr, will an unterschiedlichen Orten ausstellen. Diese Situation passt zu der großen vierteiligen Installation, in der die Künstlerin Aufbrüche, Umbrüche und Zerbrüche exemplarisch anhand von geweißten Barbiepuppen deutlich macht. Eine Botschaft: Im Leben ist so mancher Abgrund zu überwinden. Gabriela Drees-Holz, die in Kolumbien geboren wurde, in Venezuela aufwuchs und in Liedberg  lebt, hatte die Puppe bereits vor einiger Zeit als Chiffre des menschlichen Körpers entdeckt. Die 55-jährige platzierte im Schaufenster der Galerie eine Schaufensterpuppe. Ihr Körper ist notdürftig bedeckt, auf ihren „Körper“ schrieb sie das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Neben den Objekten kommt die Malerei nicht zu kurz.

 

2- Einführende Worte Robert Jordan zur Eröffnung der  Ausstellung „Menschen, Puppen, Portraits“

Mit der Puppe als Kunstwerk oder als Teilaspekt eines Kunstwerkes bietet uns Gabriela Drees-Holz mit der von ihr gefundenen Einsatzvariante eine beeindruckende und in der Region nicht noch einmal zu findende Ausdrucksform künstlerischer Gestaltung. Somit hat sie ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt.

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Während also in der Kunstwelt Künstler sich Puppen erschaffen,  eigene Formen kreieren, verfährt unsere Künstlerin anders:  Sie wählt bereits vorhandene Figurenplastiken, die wir im Alltag als Kinderspielzeug und als Schaufensterdekoration kennen.  So werden Barbiepuppen hier in die Kunst integriert, zum Teil eines Kunstzyklus, und die Schaufensterpuppe wird zur Kunstfigur selbst.

Blicken wir uns einmal in der Ausstellung um: (…) eine große vierteilige Installation erzählt  unter Gestaltung von Acryl, Holz, Draht, Steinen und geweißten Barbiepuppen  in vier Sequenzen vom Aufbruch in das Leben, das manchen tatsächlichen oder vermeintlichen Abgrund bereit hält. Abgründe, die man meint überwinden zu müssen oder zu können. In dieser Geschichte geht das Ende gut aus, weil der in der Barbiepuppe transformierte Mensch seinen Weg, seine Ruhe, seine innere Mitte gefunden hat.

Die gegenüber platzierte, schaukelnde Schaufensterpuppe greift das Thema auf, sie ist ebenfalls geweißt und mit Sprüchen und Gedichten zum Thema beschrieben.

Wir sehen an zwei sich gegenüberliegenden Wänden Portraitzeichnungen. Menschen, die der Künstlerin in diesem Jahr begegnet sind, werden als Kopf- und Gesichtsprofile dargestellt. Zwei Serien unterschiedlichen Ausdrucks und Formats präsentiert uns die Künstlerin. Uns Betrachtern unbekannte Personen finden somit eine Positionierung, werden durch die Technik der Zeichnung in ihrem charakteristischen und individuellen Ausdruck fixiert.

Die Flöten-Assemblage bietet uns einen Einblick in die neue Schaffensphase von Gabriela Drees-Holz. Musikinstrumente werden ihrer Bestimmung entfremdet, bleiben aber -in einen völlig anderen Zusammenhang gesetzt – als solche erkennbar. Hier vereinen sich die Musikerin und die  Künstlerin zu einer Symbiose neuer Ausdruckskraft.

Ein großformatiges Gemälde, mit Bitumen und Acryl gemalt, belegt auch diesen Aspekt der künstlerischen Gestaltungsfähigkeit. Die Künstlerin beschreibt mit dieser Arbeit das Thema „Aufbruch“.

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